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Toteninsel
Ein (Martini-)Abend für Gerhard Meier
Am vergangenen 20. Juni wurde Gerhard Meier, der grosse alte Mann der
Schweizer Literatur, 80 Jahre alt. An Martini, dem 11. November, 1977
spielt der Roman "Toteninsel", der erste Teil der "Baur
und Bindschädler"-Tetralogie, Meiers Hauptwerk.
DRS2 reserviert den Abend des 11. November für eine integrale, radiophonische
Lesung von "Toteninsel"; es sprechen Fritz Lichtenhahn (Baur)
und Franz Matter (Bindschädler), Musik: Fritz Hauser.
Zwei ältere Männer, Baur und Bindschädler, befreundet seit
der gemeinsamen Militärzeit, machen an Martini 1977 einen Spaziergang
durch Olten. Am Schluss fängt es an zu schneien. - Das Gespräch
der beiden ist im Grunde unendlich, unbestimmt und frei wie der Fluss
der Gedanken durch den Kopf. Baur lässt sich vom heimatlichen Ambiente
des Spaziergangs zu Beobachtungen und Erinnerungen anregen, die sein eigenes
Leben betreffen, die Kindheit, das Schicksal der Freunde, die Lebenswelt
des Dorfes, in dem er heranwuchs. Der Tod ist der ständig vorhandene
Bezugspunkt dieser Assoziationen. -
Gerhard Meier wurde 1917 in Niederbipp geboren, wo er heute noch lebt.
Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium arbeitete er während 33
Jahren in einer Lampenfabrik. Ab 1971 freischaffender Schriftsteller.
Literaturpreise des Kantons Bern und der Schiller-Stiftung, Fontane-Preis,
Gottfried-Keller-Preis, Petrarca-Preis; Peter Handke vermachte ihm 1979
die Hälfte des Kafka-Preises. - Meiers Werke offenbaren "die
Grossartigkeit des Geringen, die Ungewöhnlichkeit des Gewöhnlichen,
die Vielfältigkeit des vermeintlich Gleichförmigen" (Peter
Hamm).
Mit Fritz Lichtenhahn (Baur) und Franz Matter (Bindschädler).
Musik: Fritz Hauser
Regie: Stephan Heilmann
Technik: Jack Jakob
Produktion Schweizer Radio DRS 1997
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