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Undine geht
von Ingeborg Bachmann
"Undine geht", eine Erzählung in Ich-Form, erschien 1961.
Die Wasserfrau Undine ist bei Ingeborg Bachmann eine geistige und selbständige
Muse, die die Männer versteht, zu der sie sich hingezogen fühlen.
Undine sieht sich indessen von den Männern - sie nennt sie "Ungeheuer,
"Monster oder einfach nur "Hans - verraten und rechnet
mit ihnen ab. Bachmann verleiht Undine allerdings nicht nur die Stärke
und die Selbständigkeit, die sonst nur Männern zugesprochen
werden, sondern unterwirft sie auch dem Zwang, die Männer zu lieben.
Sie muss aus dem Meer auftauchen, Hans rufen, die Männer locken und
besitzen. - Das "unwahrscheinlich Geglückte" (Peter von
Matt) des Textes hat eine nicht geglückte, vielmehr noch verratene
Liebe zum Gegenstand, die Unmöglichkeit einer absoluten Liebe in
der Welt der Menschen, der Männer und ihrer Frauen, die sich aus
ihren erstarrten Ordnungen nicht herauslocken lassen. Undine ist nicht
die Frau schlechthin, sondern eher eine Gegenfrau, die Stimme des ganz
Anderen.
Ingeborg Bachmann, 1926 in Klagenfurt geboren, studierte Philosophie,
arbeitete einige Jahre als Rundfunkredakteurin und lebte in Wien, Zürich
und Rom. Sie schrieb Gedichte, Erzählungen, Essays, Romane sowie
die Hörspiele "Ein Geschäft mit Träumen" (1952),
"Die Zikaden" (1955) und "Der gute Gott von Manhattan"
(1958). Bachmann gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen der Nachkriegsliteratur.
Sie starb 1973 an den Folgen eines Brandunfalls in Rom.
Stimmen:Inka Friedrich und Monika Koch
Gesang: Lauren Newton
Perkussion und Komposition: Fritz Hauser
Regie: Fritz Hauser/Stephan Heilmann
Technik: Jack Jakob
Produktion Schweizer Radio DRS 1993
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